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Gesundheitserziehung

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Gesundheitserziehung

Das Thema „Gesunde Ernährung“ liegt uns sehr am Herzen. Seit Mai 2014 sind wir die erste beki-zertifizierte Kindertagesstätte in Stuttgart. „Beki“ steht dabei für Bewusste Kinderernährung und ist eine Initiative des Ministeriums für ländlichen Raum und Verbraucherschutz. Um das entsprechende Zertifikat zu erhalten, durfte unsere Kita besonderes Engagement im Bereich der bewussten Ernährung und der pädagogischen Umsetzung dieses Themas nachweisen. Die einmal erworbenen Standards werden beibehalten und regelmäßige überprüft. Im Folgenden beschreiben wir, auf welche Aspekte wir in unserem Kita-Alltag besonderen Wert legen, wenn es um die Ernährung der Kinder, Freude am Essen und das Erlernen einer guten Tisch- und Hygienekultur geht.

Ernährungskonzept

Gesunde, ausgewogene Mahlzeiten haben einen hohen Stellenwert in unserer Einrichtung. Zum Frühstück bieten wir beispielsweise (Voll-)Kornbrot, Müsli sowie Milchprodukte, Aufstriche, Marmelade und Honig an. Diese Lebensmittel werden von einem Bio-Supermarkt geliefert. Zu jeder Mahlzeit reichen wir Obst und/oder Rohkost, so dass die Kinder von Beginn an „auf den Geschmack kommen“. Es soll für sie selbstverständlich sein, etwas Frisches, Vitaminreiches zu essen. Sie sollen nicht den Eindruck bekommen, dass Obst und Gemüse eine Notwendigkeit sind und als „Pflicht“ im Speiseplan stehen. Zum Mittagessen reichen wir den Kindern vegetarische Kost. Das Mittagessen und der Nachtisch werden von „Cantino“ geliefert. Die Speisen werden täglich ohne Verwendung von Geschmacksverstärkern o.ä. frisch zubereitet. Unser Caterer ist auf vegetarische Kost spezialisiert, weshalb wir wöchentlich einen abwechslungsreichen Speiseplan vermerken können. Zum Nachtisch reichen wir den Kindern verschiedenes Obst bzw. Gemüse. Süßigkeiten sollen für die Kinder dementsprechend kein Schwerpunkt im alltäglichen Umgang mit Essen sein und nicht zur Gewohnheit werden. Ein bewusster Umgang mit diesen Nahrungsmitteln ist uns wichtig. Das heißt, dass kein grundsätzliches „Verbot“ ausgesprochen wird, jedoch Süßigkeiten nur in Maßen ausgegeben werden (bei Ausflügen; situationsabhängig, wenn ein Kind beispielsweise beim Nachtisch mal danach fragt, ob noch ein Keks verteilt werden kann,…). Süßigkeiten sollen nicht “zum Thema“ gemacht werden – weder dadurch, dass sie ständig verfügbar sind, noch dadurch, dass sie nicht erlaubt und negativ beschrieben werden. Kinder sollen beteiligt werden, wenn es ums Essen geht. Sie helfen teilweise bei der Zubereitung von Speisen, Obstsalat oder Fruchtspieße zubereiten, Kräuter säen und ernten, usw.). Dabei erlernen sie auch den achtsamen und verantwortungsvollen Umgang mit Messern, Mixstab und weiteren benötigten Arbeitsutensilien. Zum Teil helfen sie beim Decken des Tisches und räumen ihr Geschirr selbständig ab. Kleine Aktionen zum Thema Ernährung werden in den Alltag integriert, um die Freude am Essen aufrecht zu erhalten. Beispielsweise schauen wir uns einzelne Lebensmittel genauer an, machen zum Beispiel Popcorn aus Mais oder stellen eigenen Saft aus frischen Früchten her. So haben die Kinder auch die Gelegenheit, zu erkennen, woraus einzelne Lebensmittel hergestellt werden. Auch regelmäßiges Trinken ist uns ein wichtiges Anliegen. Zu jeder festen Mahlzeit erhalten die Kinder ein Glas Wasser und auf Nachfrage gibt es selbstverständlich so viel sie möchten. Auch erinnern die Fachkräfte die Kinder regelmäßig ans Trinken. Die Kinder können sich während der Spielzeit jederzeit selbständig an Wasserflaschen bzw. ihrem Trinkbecher bedienen. Bewusste „Trinkpausen“ werden regelmäßig eingelegt.
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Fachlicher Austausch und
Elternarbeit

Das Thema „Essen und Ernährung“ wird in Teambesprechungen eingebracht. Der gegenseitige Austausch soll dazu verhelfen, bewusst mit Nahrungsmitteln, mit Regeln zu diesem Thema und mit eigenen Befindlichkeiten umzugehen. Vor allem dient er dazu, gemeinsam nach Standards zu suchen, die wir für unsere Einrichtung wünschen und die von allen Mitarbeitern vertreten und in der Weitergabe an die Kinder umgesetzt werden sollen. Um Eltern transparent zu machen, welche Standards in Bezug auf das Thema „Ernährung und Essen“ in unserer Kita gelten, arbeiten wir mit ihnen zusammen. Neben Informationen durch Infowände und auf regelmäßigen Elternabenden finden bei Bedarf themenspezifische Elternabende statt, an denen wir in einen Austausch rund um Fragen der Ernährung kommen können. Bei Back- oder Kochangeboten können sich die Eltern auf Nachfrage gerne mit beteiligen.

Ess- und Trinkverhalten

Wir wünschen uns vor allem, dass die Kinder in unserer Einrichtung Freude an ausgewogenem Essen haben und dass sie sich wohlfühlen während der Zeiten, in denen Nahrung zubereitet und/ oder gegessen wird. Hierzu achten wir auf eine ruhige, angenehme Atmosphäre im Essensraum. Die einzelnen Kindergruppen essen dem Alter entsprechend nacheinander (die jüngsten zuerst), so dass die Anzahl an Kindern je überschaubar ist, die Kinder durch das Personal gut betreut werden können (besonders die Kinder unter 3 Jahren benötigen teilweise aktive Unterstützung), und der Geräuschpegel bewusst niedrig gehalten wird, um den Kindern zu ermöglichen, ihr Essen ohne allzu große Ablenkung genießen zu können. Uns ist es wichtig, dass die Kinder gemeinsam mit dem Essen beginnen und nach der vorherigen Spielphase den Übergang zur Mittagszeit bewusst erleben können. Hierzu darf jedes Kind seinen Platz eigenständig suchen, den es anhand seiner Symbolkarte erkennen kann. Es folgt als Ritual vor dem Essen ein Tischspruch, den wir gemeinsam sprechen. Wir wünschen uns danach einen guten Appetit und beginnen mit dem Essen. Auch eine appetitliche Darbietung der Speisen, die die Kinder zum Probieren motivieren soll, ist uns wichtig. Das Essen wird so serviert, dass die Kinder die einzelnen Komponenten erkennen können. So sehen sie, wie einzelne Nahrungsmittel tatsächlich aussehen und haben die Möglichkeit, ihr Essen selbständig zu schneiden oder zu zerdrücken (Hilfestellung wenn notwendig). Wir wünschen uns, dass die Kinder neue Nahrungsmittel und Gerichte kennenlernen und probieren. Alle Kinder bekommen von allen Speisekomponenten etwas auf ihren Teller, so dass sie jederzeit die Möglichkeit haben, auch bisher vielleicht etwas Ungewohntes, nicht Gemochtes zu probieren. Dazu ermutigen wir die Kinder, lassen ihnen jedoch auch die Wahl, sich das herauszusuchen, was ihnen schmeckt. Essen soll ohne Zwang erfolgen – dann klappt auch das Probieren von neuen Lebensmitteln besser. Die Kinder erlernen bei uns einen angemessenen Umgang mit Löffel, Gabel und Messer. Hierzu unterstützen wir sie, indem wir ihnen bei der Benutzung helfen (vor allem den jüngeren Kindern) und ihnen Hinweise darauf geben, wie sie ihr Essen beispielsweise selbständig zerkleinern können. Spielen mit Besteck soll vermieden werden (u.a. aufgrund von Verletzungsgefahr). Gemeinsame Mahlzeiten sind für die Kinder eine wichtige Erfahrung. Frühstück, Mittagessen und Nachtisch werden gemeinsam eingenommen, wobei das Frühstück für die Kinder nicht verpflichtend ist (auch zu Hause möglich). Es besteht ein „offenes Frühstück“ mit Buffet, an dem sich alle Kinder der Kita bedienen können (gruppenübergreifend). Mittagessen und Nachtisch werden in den einzelnen Gruppen zusammen eingenommen. So lernen die Kinder den Umgang miteinander während des Essens und haben die Möglichkeit, voneinander zu lernen (z.B. Motivation zum Essen, wenn sie sehen, dass auch andere Kinder probieren) Uns ist es sehr wichtig, den Kindern die Bedeutung von Lebensmitteln nahe zu bringen. Sie sollen erkennen, dass Nahrung etwas wertvolles ist, dass wir genießen und schätzen: d.h., dass während des Essens nicht mit Essen gespielt wird und dass die Kinder lernen sollen, nur so viel Nachschlag zu nehmen, wie sie tatsächlich essen können, damit nichts weggeworfen werden muss. Dies ist ein Prozess, der nach und nach mit den Kindern erarbeitet wird. Des Weiteren legen wir Wert auf Hygiene-Erziehung: vor dem Essen und dem Verarbeiten von Lebensmitteln waschen sich Kinder, Erzieher, ggf. Eltern die Hände und trocknen sie gründlich ab. Auch der Tisch wird gereinigt. Wir husten oder niesen in Ellbogen oder Hand und bringen auf den Boden gefallenes Essen in den Mülleimer. Kinder, die stark erkältet sind, arbeiten nicht mit Lebensmitteln.