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Entwicklungsbegleitung

Unsere großzügigen und vielfältigen Bewegungs-, Erfahrungs- und Handlungsspielräume unterstützen die Kinder in ihrer Persönlichkeitsentwicklung. Sie haben bei uns die Möglichkeit, ohne Leistungsdruck untereinander und zu ihrer Umgebung in Kontakt zu treten. Durch die bewusst gestalteten Räumlichkeiten können die Kinder ihre Motorik, ihre Sinneswahrnehmungen und kreativen Fähigkeiten entwickeln und weiter bilden. Zudem haben die Kinder die Chance, soziale Kompetenzen zu erwerben, Kontakt- und Sprachvermögen zu entwickeln und selbstständiges Handeln einzuüben.

Wir verstehen uns als „WegbegleiterInnen“ der Kinder und als aufmerksame „BeobachterInnen“. Zugleich erfahren wir uns als „Mitlernende“, die die kindlichen Lebensäußerungen wahrnehmen, sie respektieren und anerkennen, indem wir diese individuelle Entwicklung fördern. Die pädagogischen Kräfte begleiten dabei die Kinder in ihren unterschiedlichen Aktivitäten und stehen ihnen unterstützend und hilfreich zur Seite, wie es auch der Orientierungsplan für Erziehung und Bildung für die baden-württembergischen Kindergärten vorsieht. 

Individuelle Förderung

Unsere Aufgabe ist es, all das was die Kinder beschäftigt und was sie interessiert aufzugreifen und ihnen die Möglichkeit zu geben, spezifische Situation, ihr Umfeld und die Zusammenhänge kennen und verstehen zu lernen.
Um auf jedes einzelne Kind individuell eingehen zu können, berücksichtigen wir den Entwicklungsstand des Kindes, seine vorhandenen Fertigkeiten/Fähigkeiten und seine momentane Lebenssituation. Auf Grund dessen schaffen wir für das Kind entsprechende Handlungsspielräume und stellen ihm Zeit- und Raummöglichkeiten zur Verfügung, die es braucht, um sich selbst zu entwickeln und zu verwirklichen.

Dokumentation

Im Portfolio wird im Laufe der gesamten Kindergartenzeit alles gesammelt, was die Entwicklung des Kindes dokumentieren kann: spontane Beobachtungen, anekdotische Geschichten, Auswertungsbögen der systematischen Beobachtung, Entwicklungseinschätzungen, Fotos und Fotoserien, die das Kind bei bevorzugten Aktivitäten, mit bestimmten Spielpartnern oder in typischen Situationen zeigen, Bilder, die das Kind gemalt hat sowie Fotos von Bau- und Kunstwerken. Auch Geschichten aus dem Kindergartenalltag und dem Familienzusammenhang, Kommentare von Kindern, Eltern und Pädagoginnen können im Portfolio ihren Platz finden.

Es handelt sich also um „Spuren“ des einzelnen Kindes, um eine Zusammenstellung von Dokumenten und Materialien, die die verschiedenen Aspekte seiner Entwicklung sowie die Stationen seines Bildungs- und Entwicklungsprozesses aufzeigen. Dabei stehen die Lernfortschritte des Kindes im Mittelpunkt der Betrachtung, sie werden erfasst und veranschaulicht.

Das Portfolio verdeutlicht die Bildungsbiographie jedes einzelnen Kindes. Es zeigt auf, wo es in seiner Entwicklung Schwerpunkte setzt, welche besonderen Interessen und Vorlieben es entwickelt hat und was es selbst in nächster Zeit lernen möchte. Und je älter ein Kind wird, umso stärker setzt es sich selbst Lernziele, die auf Anregung des Kindes von den pädagogischen Fachkräften dokumentiert werden.

Die Bildungs- und Lerndokumentationen der persönlichen Entwicklungsgeschichte ermöglichen dem Kind positive Erinnerungen an das Lernen im Kindergarten und zeigen ihm in anschaulicher Weise seine individuellen Entwicklungs- und Bildungsprozesse auf. Zugleich erfährt es, was es schon gelernt hat und vor allem, wie es lernt.

 

Beobachtungs- und Testverfahren

1. Beobachtungsverfahren

Durch Beobachtungen stellen die pädagogischen Fachkräfte Entwicklungen und Veränderungen in der Persönlichkeit des einzelnen Kindes fest. Sie helfen, die Bedürfnisse und die aktuellen Interessen der Kinder zu erkennen und Sinnzusammenhänge herzustellen. Durch Beobachtungen kann das „Typische“ eines Kindes herausgefunden werden, also wo seine Stärken, Schwächen und Neigungen liegen. Sie helfen, Vorgänge in der Kindergruppe zu erfassen und gegebenenfalls verändernde Maßnahmen einzuleiten. Mit Hilfe der Beobachtung lassen sich auch die Auswirkungen der räumlichen Bedingungen wie die Raumgestaltung, Sitzanordnung, Spielmaterial etc. auf das Verhalten der Kinder ermitteln, um sie so deren Bedürfnisse anzupassen. Im Mittelpunkt der Beobachtung steht das emotionale/soziale/kognitive/motorische Verhalten, das äußere Erscheinungsbild, das Sprach-, Spiel-, Lern- und Leistungsverhalten sowie besondere Verhaltensauffälligkeiten. Beobachtungen bilden daher die Grundlage jeder pädagogischen Arbeit.
Neben den Gelegenheitsbeobachtungen stehen vor allem systematische, das heißt genau durchdachte Beobachtungen im Mittelpunkt unserer pädagogischen Arbeit. Sie erfolgt in vorher festgelegten zeitlichen Abständen mit klaren Beobachtungshinweisen und unter überschaubaren Bedingungen. Hierfür werden je nach Beobachtungsschwerpunkt ausführliche Verhaltensprotokolle erstellt, stichprobeartige Aufzeichnungen gemacht oder entwicklungsspezifische Beobachtungsbögen ausgefüllt und ausgewertet.

2. Testverfahren

Testverfahren machen immer dann Sinn, wenn Eltern bzw. die pädagogischen Fachkräfte unschlüssig sind, ob bestimmte Verhaltensweisen/Sprachauffälligkeiten der spezifischen Förderung bedürfen oder nicht. Testverfahren bieten zudem die Möglichkeit, besondere Begabungsschwerpunkte frühzeitig zu erkennen und zu unterstützen. Andererseits werden auch Schwächen erkannt, an denen man durch gezielte Maßnahmen in der Tagesstätte aber auch zu Hause arbeiten kann. Es steht eine Vielzahl an Tests für Kinder zur Verfügung, die von den pädagogischen Fachkräften durchgeführt werden. Ein Test wird nur mit dem Einverständnis der Eltern und mit der Bereitschaft des Kindes durchgeführt. Im Folgenden werden der Sprachenwicklungstest und der allgemeine Entwicklungstest
ET6-6 vorgestellt.

- Sprachentwicklungstest
Für die Sprachstandserhebungen bedienen wir uns des Sprachentwicklungstests SETK. Dieser testet das Verstehen von Sätzen, das Sprachgedächtnis und die Sprachproduktion. Des Weiteren bedienen wir uns der Differenzierungsprobe von Breuer und Weuffen. Dieser testet die Fähigkeit des Kindes, ob es ähnlich klingende Wörter unterscheiden kann (wie Haus und Maus), ob es eine sichere Sprechmotorik, eine normgerechte Lautbildung und eine richtige Reihenfolge und Vollständigkeit der Laute im Wort besitzt. Zudem wird geschaut, ob das Kind Töne im Takt erfassen und Melodien singen kann und wie seine Hand- Augenkoordination entwickelt ist.

- Entwicklungstest (ET6-6)
Der ET6-6 prüft im Altersbereich von sechs Monaten bis sechs Jahre die Körper- und die Handmotorik, die kognitive und die Sprachentwicklung sowie die soziale und emotionale Entwicklung. Schwerpunktmäßig werden die Sozialentwicklung und die emotionale Entwicklung über die Befragung der Eltern und der pädagogischen Fachkräfte erhoben. Je nach Alter des Kindes werden einige dieser Entwicklungsbereiche weiter untergliedert u.a. in kognitive Entwicklung, Gedächtnis, Handlungsstrategien, Kategorisieren, Körperbewusstsein und Sprachentwicklung. Ab dem vierten Lebensjahr kann zusätzlich noch der Subtest Nachzeichnen durchgeführt werden.

Sprachförderung

Die Aufgabe der pädagogischen Fachkräfte besteht darin, die Kinder entsprechend ihrer Bedürfnisse und Erfahrungen in ihrer sprachlichen Entwicklung zu fördern und ihnen Hilfestellungen beim Erlernen der deutschen Sprache zu geben. Kindliche Sprachprozesse zu unterstützen bedeutet für uns, den Kindern auf der Basis ihrer individuellen Möglichkeiten und Kompetenzen die für sie notwendige Förderung zukommen zu lassen. Wichtig für den Erwerb der Sprache sowie für die Bedeutung und den Aufbau von Begriffen sind die Erfahrungen, die die Kinder im handelnden Umgang mit Gegenständen und Personen ihrer Umwelt machen. Um sprachliche Lernprozesse in Gang zu bringen, schaffen wir für die Kinder ein Umfeld, das Anlass zum sprachlichen Austausch bietet. Wir sind für die Kinder Vertrauenspersonen und zugleich AnsprechpartnerInnen, denen sie sich mitteilen. Wir nehmen ihre Mitteilungen ernst und wollen sie verstehen sowie ihre Sprechfreude unterstützen. Wir gestalten für die Kinder Situationen, die so arrangiert sind, dass sie sprachliches Lernen erleichtern und sie ermutigen, sich mit denen ihnen zur Verfügung stehenden sprachlich-kommunikativen Mitteln mitzuteilen. Sie erfahren Sprache als Notwendigkeit im Spiel, zur Verständigung mit anderen Kindern und Erwachsenen und zum Ausdrücken ihrer Bedürfnisse. Die pädagogischen Fachkräfte dienen dabei als Sprachvorbild. Zudem bieten wir, in voriger Rücksprache mit den Eltern, eine Spielgruppe zur Sprachförderung für die Kinder an, die einer weiteren Unterstützung bedürfen. Diese Gruppe trifft sich einmal am Tag und wird von einem ausgebildeten Sprachförderer geleitet.